Land am Wasser

LAND AM WASSER

Ein Dokumentarfilm von Tom Lemke

 

SYNOPSIS
Silvio lebt in einem Geisterdorf. 1998 wurden die Bewohner umgesiedelt, damit die Braunkohle darunter abgebaut werden kann.
Vor über 900 Jahren nannten die ersten Siedler den Ort „Land am Wasser“, weil ein kleiner Bach durch die Landschaft fließt. Mit diesem Wasser bestellt Silvio kleine Agrarflächen im Dorf und tränkt sein Vieh. Seinen Heimatort, der nutzlos geworden war, hat er so als Landwirt wieder erobert. Wie lange er hier seinen Lebensunterhalt noch verdienen kann, ist ungewiss. Niemand weiß, wann die Tagebaubagger hier letztendlich ankommen werden. Allgegenwärtig ist das Geräusch des Förderbandes, das seit Jahrzehnten in wenigen Kilometer Entfernung ununterbrochen Kohle transportiert. Die Häuser des Dorfes werden zwar nach und nach abgerissen, aber Silvio ist nicht allein. Sein Nachbar schmiedet im über hundertjährigen Familienbetrieb weiter gegen die Zeit und Norbert, vom ebenfalls betroffenen Nachbarort, rebelliert als Letzter eisern gegen die Umsiedlung. Manchmal kommen auch ehemalige Bewohner vorbei. Man hilft sich noch immer und nebenbei verschwindet eine ganze Dorfgemeinde. Als auch die letzten Mitbewohner den Ort verlassen haben, versucht Silvio, sich weiter gegen das Unvermeidliche zu stemmen. Wohl wissend, dass das Ende nicht aufzuhalten ist.
 



 

PRODUKTIONSNOTIZEN
Im Jahr 2003 recherchierte der Leipziger Regisseur Tom Lemke im südlichen Sachsen-Anhalt. Östlich von Hohenmölsen, dort wo der Tagebau Profen seit Jahrzehnten die Landschaft und das Leben der Menschen dominierte, lernte er drei Männer kennen, Silvio, Dieter und Norbert. Sie alle lebten in Orten, die es eigentlich nicht mehr gab. Grunau, Domsen, Großgrimma. Die Dörfer wurden Ende der 1990er Jahre von ihren Bewohnern verlassen. Nur die drei sind geblieben und harrten der Dinge, die da in Form der Tagebaubagger kommen sollten.
Aus den ersten Interviews 2003 ist eine Langzeitbeobachtung geworden. Tom Lemke hielt den Kontakt zu den drei Männern und fuhr immer wieder zu ihnen. Mit seinem Kameramann Mathias Schulze fing er den langsamen Abschied ein. Mit den Jahren wurde immer klarer, dass das Leben dort eine Ende haben wird.
Aus der Langzeitbeobachtung,die bis ins Jahr 2014 hineinreichte, entstand der Dokumentarfilm “Land am Wasser”.
 
CREW
Regie: Tom Lemke
Kamera: Mathias Schulze
Schnitt: René Jacob
Sound Design: Fabian Schneider
Musik: Falk Zenker
Digital Colorist: Kay Dombrowsky
Producer:Thomas Jeschner
 

 

REGISSEUR TOM LEMKE
Tom Lemke, born in 1976 in Großenhain, Germany, finished in 2001 the education of media designer in Leipzig. After he was living in Chile, he shooted his first documentary “The Whispering of the Trees” in 2006 in the south of Chile. Today he is working as a filmmaker and author in Germany.
 
    Filmografie
    The Whispering of the Trees (2007)
 
FILMINFOS
Drehzeitraum: 2003 to 2014
Länger: 85min
Sprache: Deutsch
Drehort: Gemeinde Großgrimma, Sachsen-Anhalt
 
gefördert von der Mitteldeutsche Medienförderung und der Kunststiftung Sachsen-Anhalt